Firmengeschichte
Auf der Suche nach dem Ursprung der duftenden Kegelchen, führt uns der Weg ins Erzgebirge, in die kleine Gemeinde Crottendorf, zwischen Fichtelberg und Scheibenberg gelegen. Anfänglich mühevoll von Hand gefertigt und selbst auf den Märkten feilgeboten, wurden die "Echten Crottendorfer" bald zu einem Begriff.
Aus Holzkohle, Kartoffelmehl als Bindemittel, Sandelholz, Rotbuchenmehl und einigen anderen Ingredenzien zur leichten Entflammbarkeit wird bei der Herstellung der Räucherkerzen ein Rohbrei gemischt, dem nun noch der Duftstoff beigegeben wird. Neben dem "Königspulver" Weihrauch werden auch andere Stoffe aus fernen, exotischen Ländern dem Kerzenbrei beigemengt, wie z.B. Ambra, Lavendel, Mastix, Perubalsam oder Kumarin. Danach werden aus diesem Rohbrei die Kerzen geformt, anschließend getrocknet und verpackt.
Eine Vielzahl von Räucherkerzen in unterschiedlichsten Duftnuancen verlassen heute unseren traditionsreichen Betrieb, um ihren Wohlgeruch neben der Weihnachtszeit zu ganz verschiedenen Gelegenheiten während des gesamten Jahres zu verbreiten. Ganz gleich ob für das stimmungsvolle Ambiente, um mit Wohlgerüchen die Sinne neu zu beleben, aus festlichem Anlass, oder auch einfach nur zum Verscheuchen kleiner Plagegeister wie z.B. Mücken, Wespen o.ä. in lauen Sommernächten.
Eine traditionsreiche Firma stellt sich vor ...
Das weihnachtliche Brauchtum im Erzgebirge entwickelte sich über viele Jahrhunderte. Die Anfänge sind wohl mit dem sogenannten Berggeschrei, den ersten Silbererzfunden, in Verbindung zu bringen. Das Erzgebirge wurde von vielen Völkerschaften besiedelt. Und so vermischten sich die unterschiedlichsten Sitten und Gebräuche, wobei das Räuchern seinen Ursprung in der tiefen Gläubigkeit der Menschen hatte.
In vielen Familien wurden Räucherkerzen in Heimarbeit hergestellt, um das schmale Einkommen etwas aufzubessern. Man darf sich unter dieser Art Heimarbeit keine anheimelnde Hutzenstube vorstellen, wie uns das jetzt häufig suggeriert wird. Die Herstellung der Räucherkerzen war und ist eine ausgesprochene Dreckarbeit. Händler verkauften diese Räucherkerzen aus dem Crottendorfer Raum weit über die Grenzen des Erzgebirges hinaus. Es wird sogar berichtet, dass diese Räucherkerzenhändler die Kartoffel als Nahrungsmittel im Erzgebirge verbreitet haben sollen.
Der Ursprung ...
Auch die heutige Crottendorfer Räucherkerzen GmbH hatte ihren Ursprung in einer kleinen 10m² grossen Wohnküche der Firmengründerin Freya Graupner. In diesem Raum wurde der Teig gemischt, geknetet und die Räucherkerzen geformt, was teilweise sogar per Hand geschah. Im Jahr 1936 wurde das Gewerbe von Freya Graupner beantragt.
Im Wandel der Zeit ...
Ihre kleine Küche musste nach wie vor als Produktionsraum herhalten. Erst Mitte der 50iger Jahre konnte ein neben dem Wohnhaus gebauter Schuppen als Betrieb eingeweiht werden. 1959 wurde aus der Fa. Freya Graupner eine "Freya Graupner und Co KG, Betrieb mit staatlicher Beteiligung". Der Bedarf an Räucherkerzen stieg in dieser Zeit ständig und somit die Beliebtheit unserer "Original Crottendorfer Räucherkerzen".
Schicksalsschläge ...
Die Firma musste aber auch schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Auf Grund des steigenden Bedarfes kam es immer wieder zu Engpässen in der Produktion, die ihre Ursachen vor allem in der zu langen Trocknungszeit hatten. Es wurde deshalb viel experimentiert. Viele Brände waren die Folge. Der grösste Brand passierte 1963, als die Wunderkerzenproduktion ein Opfer der Flammen wurde. Daraufhin verboten die Behörden die Fortführung dieses Produktionszweiges. Ein elektronischer Trockenschrank "Marke Eigenbau" ging 1966 in Flammen auf. Es gab Verletzte und auch Kranke durch den Schock. Von diesen Katastrophen erholte sich die kleine Firma immer wieder.
So ging es weiter ...
Im Jahr 1972 wurde die Firma, wie so viele andere auch, enteignet. Von nun an hiess die Firma "VEB Räucherartikel". Das hatte bis 1990 Bestand. Im März 1990 wurde der Reprivatisierungsantrag gestellt und am 1.9.1990 konnte die Produktion wieder unter privater Regie beginnen. Es folgten harte Jahre voller Entbehrungen. Es musste viel improvisiert werden, denn die Produktionsbedingungen waren die gleichen wie 1956, wenn nicht noch schlechter. Grosse Investitionen wurden in Angriff genommen werden. Es wurden neue Maschinen und vor allem ein grösseres Gebäude gebraucht. Zum 60jährigen Betriebsjubiläum konnte das neue Gebäude feierlich eingeweiht werden.
Auf das sich die erzgebirgischen Traditionen weiterhin großer Beliebtheit erfreuen ...





